Trockene und brüchige Hufe: Hornqualität und Feuchtigkeit verstehen
Trockene Hufe entstehen meist durch den Wechsel aus Nässe und Trockenheit sowie harte Böden. Da Messungen zeigen, dass Wässern die Hufwand nicht durchfeuchtet, liegt der Schlüssel zur Pflege in konstanten Haltungsbedingungen und regelmäßigen Bearbeitungsintervallen.
Nahaufnahme eines Pferdehufs, der von einem Hufschmied fachgerecht kontrolliert wird, um brüchiges Horn, Risse und den Feuchtigkeitsgehalt der Hufwand zu beurteilen. · KI-generiert
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Woran man brüchiges Horn erkennt
Brüchiges Hufhorn zeigt sich primär durch unregelmäßiges Ausbrechen am Tragrand, feine Längsrisse in der Hufwand, ausgefranste Kanten im Bereich der Nagellöcher sowie Hornmaterial, das beim Auskratzen der Sohle bröckelt. Von normalem Abrieb unterscheidet es sich durch eine fortschreitende Substanzschwächung. Eine gleichmäßig umlaufende Wandstärke stellt dabei kein physiologisches Gesundheitskriterium dar, da die Hufwand je nach Hufregion naturgemäß variiert.
Für Pferdehalter und Hufbearbeiter ist die Differenzierung zwischen natürlichem Hornverschleiß und struktureller Substanzschwäche die erste wesentliche Grundlage der Hufbeurteilung. Während ein gesunder Huf auch bei täglicher Belastung eine glatte, tragfähige Wandstruktur behält, neigt brüchiges Horn schon bei geringer mechanischer Beanspruchung zum Splittern. Die feinen Risse verlaufen meist parallel zur Wuchsrichtung der Hornröhrchen und erweitern sich unter der Hebelwirkung des Abrollvorgangs. Besonders an den Nagellöchern alter Beschläge wird das Problem sichtbar, wenn das Material um die Einstichkanäle bröckelig ausbricht und dem neuen Beschlag keinen ausreichenden Halt mehr bietet.
- Ausbrechen am Tragrand: Unregelmäßige, ausfransende Hornverluste entlang der Hauptlastzone.
- Längsrisse und Windrisse: Feine vertikale Trennlinien in der äußeren Wandschicht, die sich unter Belastung erweitern können.
- Nagellochausbrüche: Erweiterte, bröckelige Einstichkanäle, die den festen Sitz des Hufeisens beeinträchtigen.
- Bröckelnde Sohle und Eckstreben: Hornsubstanz im Sohlenbereich, die bereits bei geringem Druck zerfällt.
Die Annahme, dass ein gesunder Huf eine völlig gleichmäßige Wandstärke über den gesamten Umfang aufweisen müsse, entspricht nicht der Anatomie des Pferdes. Die Zehenwand ist physiologisch breiter ausgebildet als die Seiten- und Trachtenwände, um den beim Auffußen auftretenden Stoßkräften standzuhalten. Eine Abweichung in der Wanddicke ist daher an verschiedenen Hufabschnitten normal. Erst wenn das Horn an der Tragkante seine Elastizität verliert und beim Bodenkontakt in kleinen Partikeln absplittert, liegt eine Beeinträchtigung der Hornqualität vor.
Die Feuchtigkeitsverteilung im gesunden Huf
Der gesunde Pferdehuf weist eine physiologisch ungleiche Feuchtigkeitsverteilung auf, die sich strikt nach anatomischen Segmenten gliedert. In Messungen an 110 Hornproben von sechs Warmblutpferden lag der Wassergehalt im Strahlhorn bei 34,6 %, im Sohlenhorn bei 31,5 % und in der Hufwand bei 22,7 %. Diese Werte definieren die spezifische Gewebestruktur und Elastizität der jeweiligen Hufregion.
Eine präzise Betrachtung der Hufhydratation erfordert die Unterscheidung der einzelnen Hufsegmente. In biomechanischen Untersuchungen an 110 Hornproben von sechs Warmblutpferden wurde festgestellt, dass die drei Hauptsegmente Strahl, Sohle und Hufwand deutlich voneinander abweichende physiologische Wassergehalte aufweisen. Wichtig ist hierbei die anatomische Klarstellung: Es handelt sich bei diesen Werten um eigenständige Hufsegmente und keineswegs um äußere, mittlere oder innere Schichten der Hufwand. Die Messreihe vergleicht Segmente miteinander, sie beschreibt kein Feuchtigkeitsgefälle innerhalb der Wand.
| Hufsegment | Physiologischer Wassergehalt | Elastizitätsmodul (E-Modul) | Anatomische Hauptfunktion |
|---|---|---|---|
| Strahlhorn | 34,6 % | 9,9 N/mm² | Stoßdämpfung und Druckverteilung im Ballenbereich |
| Sohlenhorn | 31,5 % | 230,0 N/mm² | Schutz der inneren Hufstrukturen gegen Bodendruck |
| Hufwand (dorsal) | 22,7 % | 761,8 N/mm² | Tragfunktion und mechanische Stabilität |
| Hufwand (lateral) | 22,7 % | 708,0 N/mm² | Seitliche Lastaufnahme und Verformungsfähigkeit |
Diese Messwerte verdeutlichen die funktionelle Differenzierung des Hufes: Das Strahlhorn ist mit seinem hohen Feuchtigkeitsgehalt und einem niedrigen Elastizitätsmodul von 9,9 N/mm² extrem verformbar, was für den Hufmechanismus und die Stoßdämpfung essenziell ist. Die Hufwand hingegen weist mit etwa 708 bis 762 N/mm² eine um ein Vielfaches höhere Steifigkeit auf, die für die Lastaufnahme des gesamten Pferdegewichts notwendig ist. Der Huf ist folglich von Natur aus nicht gleichmäßig nass oder trocken, sondern klar segmentiert.
Der große Irrtum: Wässern und Einfetten
Für das Wässern ist die weit verbreitete Annahme, die Hufwand lasse sich damit mit Feuchtigkeit anreichern, messtechnisch nicht bestätigt worden. Eine zweistündige Wässerung verändert den Wassergehalt der Hufwand nicht, führt jedoch zu einer Wasseraufnahme der Hufsohle. Fettige Produkte lagern sich auf der Hornoberfläche ab. Ob sie Feuchtigkeit in das Innere der Wand transportieren, wurde in den herangezogenen Untersuchungen nicht geprüft.
In einer grundlegenden Studie zur Hufhydratation untersuchten Forscher Wildpferde aus drei extrem verschiedenen Lebensräumen, feucht-sumpfig, teilweise überschwemmt und dauerhaft trockene Wüste, sowie sechs domestizierte Quarter Horses. Das überraschende Ergebnis: Der Wassergehalt der Hufwand lag in allen drei Wildpferdegruppen nahezu identisch bei rund 29,5 %. Die beiden Messreihen nennen unterschiedliche Absolutwerte für die Hufwand, 22,7 Prozent bei Hinterhofer an sechs Warmblutpferden und rund 29,5 Prozent bei den Wildpferden, was auf verschiedene Populationen und Messverfahren zurückgeht. Entscheidend ist der Befund, der in dieser Studie unabhängig davon gilt: Ein zweistündiges Fußbad veränderte den Feuchtigkeitsgehalt der Hufwand bei den sechs domestizierten Pferden nicht, wohl aber den der Sohle.
- Wassergehalt der Hufwand: In allen drei Umgebungen, von der Überschwemmungszone bis zur Wüste, rund 29,5 %.
- Reaktion bei Wässerung: Zwischen trockenen und zwei Stunden gewässerten Wandproben zeigte sich kein Unterschied im Wassergehalt.
- Reaktion des Sohlenhorns: Das Wässern über zwei Stunden erhöhte den Wassergehalt der Sohle signifikant.
- Grenze der Studienlage: Geprüft wurde ausschließlich Wasser. Zur Wirkung von Hufölen und Fetten auf den Wassergehalt der Hufwand liegt aus dieser Untersuchung kein Messwert vor.
Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich klare Konsequenzen für die tägliche Pferdepflege. Das Auftragen von fetthaltigen Hufsalben oder Ölen auf die Wand kann dem Horn kein Wasser von außen zuführen. Ein Fettfilm liegt lediglich als physikalische Barriere auf der Hornwand auf. Ob ein äußeres Einfetten die innere Gewebehydratation der Wand verändert, wurde in den herangezogenen Untersuchungen nicht geprüft. Pflegeprodukte erfüllen ihren Zweck, indem sie das Horn sauber halten und vor externen Einflüssen schützen, nicht jedoch, indem sie den Wassergehalt der Hufwand von außen erhöhen.
Was Horn wirklich brüchig macht
Brüchiges Hufhorn entsteht selten durch eine einzelne Ursache, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer externer und interner Belastungen. Der wiederholte Wechsel zwischen nassen und trockenen Umweltbedingungen, mechanischer Abrieb auf steinigem Untergrund, verzögerte Bearbeitungsintervalle, unpassende Hufbalance sowie Der Zusammenhang zwischen Nährstoffversorgung und Hornverbund wird in der Literatur untersucht.
Untersuchungen von Hornproben brüchiger Hufe im Rasterelektronenmikroskop beschrieben zwei verschiedene Defekttypen, brüchiges Hufhorn ist also kein einheitliches Krankheitsbild. Der erste Defekt zeigte einen Struktur- und Hornverlust im Stratum externum, der zweite eine mangelhafte Anhaftung der Hornschuppen. Ein wesentlicher Umweltfaktor ist der ständige Wechsel zwischen Feuchtigkeit und Trockenheit: Beim Aufweichen quillt das Horn auf, beim anschließenden Austrocknen zieht es sich zusammen. Diese mikroskopischen Volumenschwankungen lockern den Zusammenhalt der Keratinzellen auf Dauer auf.
| Einflussfaktor | Mechanische und physiologische Wirkung | Konsequenz für das Hufhorn |
|---|---|---|
| Nass-Trocken-Wechsel | Quellung und Schrumpfung der Hornzellen im Wechsel | Rissbildung und Lockerung der Interzellularsubstanz |
| Harter und steiniger Boden | Hohe Stoßspitzen und punktueller Abrieb am Tragrand | Ausbrüche und mechanische Horndefekte |
| Überlange Beschlagintervalle | Hebelwirkung durch überlange Zehen und veränderte Lasten | Überlastung der Hufwand und Wandtrennungen |
| Spurenelementstatus des Horns | Beanstandetes Horn wies signifikant geringere Zinkgehalte auf als intaktes Horn, bei gleichen Zinkgehalten der Rationen | Beobachteter Zusammenhang, keine nachgewiesene Ursache |
Zusätzlich wirken hebelnde Kräfte auf die Hufwand, wenn die Bearbeitungsabstände zu lang gewählt werden oder eine Fehlstellung vorliegt. Wenn die Zehe zu lang wird, verstärkt sich die Zugkraft auf die weiße Linie und die äußere Wandschicht bei jedem Abrollvorgang. Zusammen mit abreibenden Untergründen wie Schotter oder hartem Boden führt dies zwangsläufig zum Absplittern des geschwächten Materials.
Was die Fütterung leisten kann und was nicht
Eine gezielte Ernährung sichert die notwendigen Bausteine für nachwachsendes Hufhorn, kann bestehende Hornschäden am Tragrand jedoch nicht nachträglich reparieren. Zink gehört dabei zu den Spurenelementen mit klarem Bezug zur Hornfestigkeit. Fütterungsanpassungen wirken ausschließlich auf das im Kronsaum neu gebildete Horn und erfordern Monate sichtbarer Entwicklung.
Die Versorgung mit essenziellen Spurenelementen ist eine wichtige Voraussetzung für die Keratinsynthese. Untersuchungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover an Horn-, Haar- und Blutproben von 63 Pferden belegen, dass beanstandetes Hufhorn mit herabgesetzter Härte signifikant geringere Zinkgehalte aufweist als intaktes Horn[4]. Bemerkenswert ist zudem, dass die niedrigen Zinkgehalte im Horn nicht mit zinkarmen Rationen einhergingen, ein einzelner Messwert sagt also wenig über die Versorgung des Hufgewebes aus. Bei Verdacht auf Nährstoffmängel sollte daher stets eine fundierte Rationsüberprüfung mit dem Tierarzt oder Ernährungsberater erfolgen[4].
- [4] Zinkversorgung: Der Zinkbedarf wird über die Gesamtration gedeckt und gehört in die Fütterungsberatung, nicht in die äußere Hufpflege.
- [5] Biotin-Einfluss: In einer kontrollierten Doppelblindstudie an 42 Lipizzaner-Hengsten verbesserte eine langfristige Biotingabe die makroskopische Hornqualität signifikant.
- [5] Wachstumsgeschwindigkeit: Die Hornwachstumsrate bleibt auch unter Supplementierung bei rund 7 mm pro 28 Tagen unverändert.
Auch der Einsatz von Biotin zur Verbesserung der Hornqualität ist wissenschaftlich untersucht worden. In einer kontrollierten Doppelblindstudie an 42 Lipizzaner-Hengsten, 26 in der Biotingruppe und 16 in der Kontrollgruppe, zeigte sich nach neun Monaten kontinuierlicher Biotingabe eine signifikante Verbesserung der makroskopischen Hornqualität an Hornwand und weißer Linie, mit weiterer Verbesserung in den folgenden fünf Monaten. Wichtig ist jedoch die Feststellung, dass die Zufuhr von Nährstoffen die Wachstumsgeschwindigkeit des Horns nicht beschleunigt: Diese lag sowohl in der Versuchsgruppe als auch in der Kontrollgruppe unverändert bei 7 mm in 28 Tagen. Fütterungsmaßnahmen erfordern daher Geduld und lösen keine akut am Tragrand bestehenden Hufprobleme.
Die Rolle des Hufschmieds
Der Hufschmied oder Hufbearbeiter ist der zentrale Partner für den Erhalt der mechanischen Hufbalance und der Tragrandstabilität. Gemäß den Tierschutz-Leitlinien beträgt das reguläre Bearbeitungs- oder Beschlagintervall 6 bis 8 Wochen. Da Hufhorn rund 7 mm in 28 Tagen wächst, benötigt das Erneuern der gesamten Hufwand etwa 11 Monate.
Die physische Entlastung der Hufwand durch fachgerechtes Kürzen und Ausbalancieren ist durch keine äußere Pflege oder Fütterung ersetzbar. Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten des BMEL vom 9. Juni 2009 nennen für die Kontrolle und Bearbeitung der Hufe ein Intervall von in der Regel 6 bis 8 Wochen. Werden diese Zeiträume überschritten, verlagert sich der Lastaufnahmepunkt nach vorne, was zu verstärkten Hebelkräften an den Zehenwänden und zum Einreißen des Tragrandes führt.
- Regelmäßige Bearbeitung: Ein Intervall von 6 bis 8 Wochen verhindert unphysiologische Hebelkräfte an der Zehenwand.
- Gleichmäßige Wuchsrate: Hufhorn wächst konstant um rund 7 mm in 28 Tagen.
- Langzeitperspektive: Eine vollständige Erneuerung der Hufwand vom Kronsaum bis zur Sohle dauert etwa 11 Monate.
Aufgrund der Wachstumsgeschwindigkeit von etwa 7 mm pro 28 Tagen wird deutlich, dass das Horn, das heute am Tragrand den Boden berührt, bereits vor rund 11 Monaten im Kronsaum gebildet wurde. Maßnahmen zur Hornverbesserung – ob Fütterungsanpassungen oder optimierte Bearbeitung – benötigen somit nahezu ein ganzes Jahr, bis ihr Resultat vollständig am Tragrand angekommen ist. Geduld ist bei der Hufpflege daher keine bloße Empfehlung, sondern eine biologische Notwendigkeit.
Was Pflege am Horn leisten kann
Topische Pflege schützt die äußere Hornstruktur vor feuchtigkeitsbedingtem Auswaschen und Verschmutzungen, ohne die innere Gewebehydratation der Hufwand zu verändern. Sie wird sparsam und dünn auf das saubere, trockene Horn aufgetragen. Bei tiefen Hufrissen, struktureller Instabilität oder Lahmheit ist umgehend der Hufschmied oder Tierarzt hinzuzuziehen.
In der täglichen Routine geht es bei der äußeren Hufpflege primär um Sauberkeit, Hygiene und den Schutz der Hornoberfläche. Zur pflegerischen Unterstützung der Huf- und Strahlregion bietet equion® Hoof and Skin Gel eine durchdachte Option. Die zugrundeliegende Multi-Ionen-Technologie nutzt Zink- und Silber-Ionen, die in einem inerten Trägermaterial gespeichert sind. Bei Kontakt mit der natürlichen Umgebungsfeuchtigkeit treten die geladenen Ionen kontrolliert aus den Partikeln aus, ohne dass hierfür eine vorherige chemische Reaktion erforderlich ist. Das dünnflüssige Gel auf Paraffinölbasis wird dünn auf das saubere, trockene Horn aufgetragen und verbleibt dort als feiner Film. Auch dieses Gel führt der Hufwand kein Wasser zu, und es ist nicht dafür gedacht. Seine Aufgabe ist eine andere: Die Gelmatrix hält die Partikel mit den gespeicherten Ionen so lange wie möglich am Horn, während die Ionen bei Feuchtigkeitskontakt nach und nach austreten.
equion® Hoof and Skin Gel ist ein Pflegeprodukt für die äußere Anwendung und kein Tierarzneimittel; es dient der Reinigung, Pflege und dem Schutz des Horns, stellt jedoch keine medizinische Behandlung dar. Reichen die Veränderungen am Huf über die oberflächliche Pflege hinaus, treten tiefere Wandrisse auf oder zeigt das Pferd Wendungsschmerz oder Lahmheit, muss die Beurteilung stets durch den Tierarzt oder Hufschmied erfolgen.
Hinweis: Diese Erläuterungen beschreiben die Eigenschaften der Inhaltsstoffe und die Funktionsweise der Technologie. Sie sind keine Aussagen über die Heilung oder Behandlung von Erkrankungen.
- Oberflächliche Reinigung: Huf vor dem Auftragen gründlich von Schmutz und Einstreuresten säubern und trocknen lassen.
- Sparsame Anwendung: Das Pflegegel in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht auf die betroffenen Hornareale auftragen.
- Fachliche Abgrenzung: Bei offenen Wunden, tiefen Hornspalten oder Unreinheiten im Strahlbereich stets den Fachrat von Hufschmied oder Tierarzt einholen.
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All you need to know
Brüchiges Horn entsteht oft durch einen ständigen Wechsel von Nässe und Trockenheit, harten Boden, unpassende mechanische Belastung oder zu lange Intervalle beim Hufschmied. Es ist keine Krankheit mit nur einer Ursache, sondern meist ein Resultat verschiedener Faktoren, wozu auch Fütterungsmängel zählen können.
Für die Hufwand ist kein Nutzen belegt. In einer Messreihe an sechs Pferden veränderte selbst zweistündiges Wässern den Feuchtigkeitsgehalt der Hufwand nicht. Lediglich das weichere Sohlenhorn nimmt dabei messbar Wasser auf.
Da die Hufwand keine nennenswerte Feuchtigkeit von außen aufnimmt, führt eine dicke Fettschicht aus Huföl oder Huffett der Wand kein Wasser zu. Das Fett liegt stattdessen lediglich oberflächlich auf. Sinnvolle Pflegemittel sollten hauchdünn auf den sauberen, trockenen Huf aufgetragen werden.
In einer kontrollierten Doppelblindstudie verbesserte eine Biotingabe die makroskopische Hornstruktur. Die Wachstumsgeschwindigkeit blieb dabei unverändert, es dauert also viele Monate, bis neues Horn am Tragrand ankommt. Eine Zufütterung stimmen Sie mit dem Tierarzt ab.
Bei sehr feinen, rein oberflächlichen Rissen reicht oft eine Anpassung der Haltungsbedingungen und der täglichen Pflege. Wenn der Riss jedoch tief ist, den Tragrand destabilisiert oder bis zum Kronrand hinaufreicht, müssen Sie zwingend Ihren Hufschmied oder Tierarzt hinzuziehen, um die mechanische Belastung professionell zu korrigieren.
Der Hufschmied sollte grundsätzlich regelmäßig alle 6 bis 8 Wochen kommen, um das Horn in Balance zu halten und mechanischen Überlastungen vorzubeugen. Den Tierarzt benötigen Sie bei Lahmheit, tiefen Spalten, feucht-schmierigen Stellen, die auf Fäulnis hindeuten, oder wenn sich das Horn trotz angepasster Pflege nicht bessert.
